Seiteninhalt

RSS-Feed abonnieren

18.10.2021

»Farbgedanken« - Ursel Darnedde führt in der Burg Bederkesa durch ihre Werke

Besucher des Museums Burg Bederkesa finden derzeit zwischen den archäologischen Funden auch ganz unerwartete Exponate: inmitten der archäologischen Ausstellung zeigt die Künstlerin Ursel Darnedde einen Querschnitt ihres Schaffens.

In einer persönlichen Führung hat sie am vergangenen Dienstag Kunstinteressierte in ihre ganz unterschiedlichen Aquarell- und Acryl-Werke eingeführt.

Der Ausstellungstitel „Farbgedanken“ gibt bereits einen Hinweis auf den gefühlvollen, leidenschaftlichen Umgang der Künstlerin mit Farben, der gleich beim ersten Werk im Foyer der Burg zum Ausdruck kommt. „Dieses Bild liegt mir besonders am Herzen“, berichtet Darnedde. Es sei speziell für diese Ausstellung auf Grundlage einer Postkarte entstanden, die Sie vor vielen Jahren für einen Freund in Südafrika gestaltet habe.

Die Künstlerin bedient sich in ihren Arbeiten ganz unterschiedlicher Materialien und Ausdrucksformen, um den unterschiedlichen Stimmungen und Motiven gerecht zu werden. „Ich spiele oft mit den Farben“, erläutert Darnedde. Dies treffe auch auf das Werk „Wasser bedeckt das Erdreich“ zu „So kann es gewesen sein, als Gott das Erdreich geschaffen hat“, gibt sie ihre Intention wieder. Inspiration sind für sie die Reisen aber auch ihre Heimat an der Wurster Nordseeküste. Geschickt bilden ihre Werke einen spannenden Kontrapunkt zu den historischen Relikten im Museum Burg Bederkesa, können aber jeweils thematisch zugeordnet werden. Immer wieder tun sich Verbindungen zwischen der zeitgenössischen Kunst und den Funden aus früheren Zeiten auf - die Küstenbilder mit der Marschenabteilung, andere Landschaftsansichten mit der Geest, Abstraktes mit Gegenständlichem.

Auf zwei Etagen finden Besucherinnen und Besucher einen Querschnitt des Schaffens der Wremerin. Ihre frühen Bilder betonen die Schönheit in scheinbar belanglosen Details „Durch das Malen habe ich das genaue Beobachten gelernt“, berichtet Darnedde. Ihren Motiven nähert sie sich mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen. Die Landseite mit ihren unendlich vielen Grüntönen, den geduckten Bauernhäusern oder den eiszeitlichen Moor- und Heidelandschaften gibt sie in ihrer eigenen Bilderwelt in verschiedenen Techniken wieder. Insgesamt reicht ihr Werk von kleinen Aquarellen bis hin zu größeren Triptychons und Collagen, die mit materialisierten Elementen einen dreidimensionalen Charakter entwickeln. Allesamt erzählen sie Geschichten. „Sie werden aber auch ihre eigene darin finden“, lädt die Künstlerin zu einer Auseinandersetzung mit ihrem Werk ein.

Kreisarchäologe Dr. Andreas Hüser freut sich über diese ungewöhnliche Verbindung der beiden Ausstellungen: „Kunst und Archäologie schließen einander nicht aus. Im Gegenteil: seit Urzeiten versucht der Mensch, sich kreativ auszudrücken. Eine Form der Kommunikation, die über die Zeit hinweg auch in der archäologischen Ausstellung wiederzufinden ist.“ Von den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung habe er bisher durchweg positives Feedback erhalten. Das unterstreicht ein Gast, der extra für diese Ausstellung aus Hamburg angereist ist: „Ich habe viele Ausstellungen gesehen. Bei dieser Verbindung begegnen uns die Bilder jedoch ganz anders als in einem Kunstmuseum“, ist er überzeugt.

Die Leiterin des Amtes Schulen und Kultur des Landkreises, Karina Kramer, freut sich ebenfalls über dieses gelungene Experiment, das im Grunde der Pandemielage geschuldet gewesen sei. „Die Ausstellungsreihe „Kunst im Kreishaus“ konnten wir aufgrund der geschlossenen Türen im Kreishaus nicht fortführen. Wir brauchten Alternativen“, beschreibt sie den Ursprung dieser Idee. „Die Burg hat sich als goldrichtig erwiesen“, meint sie und drückt ihr Bedauern aus, dass eine Vernissage aufgrund der Pandemielage nicht möglich gewesen sei. „Vielleicht ist ja eine Finissage möglich“, hofft die Amtsleiterin.

Interessierte können die Ausstellung noch bis zum 28. November im Museum Burg Bederkesa, Amtsstraße 17 während der regulären Öffnungszeiten (Di - So 10.00 – 17.00 Uhr) besuchen.

Für den Besuch gelten die Regeln der aktuellen Corona Landesverordnung. Voraussetzung für den Zugang ist ein Impf- oder Genesungsnachweis oder die Vorlage eines gültigen negativen Coronatests.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Burg Bederkesa unter https://www.burg-bederkesa.de/aktuelles. Für Auskünfte stehen das Museum Burg Bederkesa unter Tel.: 04745 94390 sowie das Amt Schulen und Kultur unter Tel.: 04721 662005 zur Verfügung.


Bilder stehen unter diesem Link zur Verfügung:

Bild 1: Das Bild „Morgenröte“ ist speziell für diese Ausstellung entstanden und liegt Ursel Darnedde besonders am Herzen.

Bild 2: vlnr: Dr. Andreas Hüser, Ursel Darnedde und Karina Kramer freuen sich über eine gelungene Ausstellung.

Bild 3: Mut zu neuen Wegen: Warum nicht mal ein Bild liegend präsentieren?

 Bild 4: Ursel Darnedde

Autor/in: Presse- und InformationsDienst des Landkreises Cuxhaven